Geschichte der Peloponnes

Die Peloponnes, in deren Norden mein Dorf Lakka bei Egio liegt, hat im Laufe der letzten 4000 Jahre eine ganze Reihe von Einwanderungswellen verschiedener Völker erlebt.

Aus dem Nebel der Vergangenheit tauchen erstmals die Achäer auf, ein griechisch sprechendes Volk, das sich von 1600 bis 1050 v. Chr. mit seiner bekannten mykenischen Kultur auf der Peloponnes ausbreitet. Homer schildert die Achäer ausführlich in der Ilias, wie sie unter König Agamemnon von Mykene gegen Troja in den Krieg ziehen. Egion wird dort bereits als Stadt in den Schiffslisten erwähnt.

Um 1000 v. Chr. wandern die ebenfalls griechisch sprechenden Dorer, ein indogermanisches Volk, in Schüben auf der Peloponnes ein. Zum berühmten Ort entwickelt sich Olympia im Westen der Peloponnes, ein Zeusheiligtum, wo erstmals 776 v. Chr. die Olympischen Spiele abgehalten werden. Erst 394 n. Chr. – nach über tausend Jahren – werden sie von Kaiser Theodosius als heidnischer Kult verboten. Im 5. Jahrhundert v. Chr. sind die 12 Städte im Norden der Halbinsel zum ersten Achaischen Bund vereint. 330 v. Chr. gerät die Peloponnes unter mazedonischer und ab 146 v. Chr. unter römischer Herrschaft. Nach der Aufteilung des römischen Reiches in Ost- und Westrom gehört sie zum byzantinischen Kaiserreich.

Die germanischen Heruler vereint mit Goten starten 266 n. Chr. Raubzüge bis hin zur Peloponnes und 395 n. Chr. zieht Alarich I mit seinen Westgoten plündernd durch die Halbinsel.

Im 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. setzt eine Invasion von Slawen über den Balkan ein. Sie finden die Peloponnes großenteils durch Pest, Raubzüge, Kriege, Versklavung und Seeräuberangriffe entvölkert vor und besiedeln sie erneut. Das alte Aighion taucht in Dokumenten unter dem slawischen Namen Vostitza (= Gartenstadt) wieder auf. Der byzantinische Despot in Mystras, Manuel Kantacuzenus, festigt seine Macht, indem er ab 1349 15.000 Albaner mit Familien auf die Peleponnes holt und dort ansiedelt (http://www.albanianhistory.net/texts19_1/AH1836DE.html). Um 1450 n. Chr. sollen sich bereits 30.000 Albaner auf der Peleponnes befunden haben. Noch im 20. Jahrhundert gab es hier Dörfer, in denen arvanitisch gesprochen wurde. Da der moderne Grieche sich gern auf die Errungenschaften der Menschen aus der Antike beruft und dort seine ethnische Herkunft verankert, hört er nicht gerne, dass ein Teil seiner Vorfahren hellenisierte Slawen oder Albaner sind. Vostitza wurde dementsprechend wieder in Aighion umbenannt, wie z.B. auch mein Dorf Gropa 1928 in Lakka.

Die Peloponnes (sie hieß damals Morea, benannt nach dem Maulbeerbaum) gehörte im 13. Jahrhundert nach den Kreuzzügen fränkischen Herrschern und den byzantinischen Despoten von Mystras. Dann folgte eine 360-jährige Herrschaft der Osmanen, von nur kurzen venezianischen Episoden unterbrochen.

Im griechischen Freiheitskampf war Egion 1821 die erste von den Türken befreite Stadt Griechenlands.

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