Die Geschichte des Hauses

(Odos Dexamenis [Straße an der Zisterne] Nr. 17 und 19 in GR-25100 Lakka /Sympolitia). Das Hauptgebäude mit Ziegenställen wurde von 1943 bis 1945 mit 80 cm breiten Mauern aus Feldsteinen und Lehm gebaut. Der Anbau (heute Gästewohnung) mit Pferdestall folgte in den 50er Jahren. Bauherr war Thomas Michalopulus. Er stammte aus Konitsa in Epirus. Das ist die Balkan-Region, die Korfu gegenüber liegt und an Albanien grenzt. Eine Reihe von bewaldeten Gebirgszügen mit tief eingeschnittenen Tälern prägt sie. Hier herrschte vor dem 2. Weltkrieges große Armut und während des Krieges dazu noch große Unsicherheit. In Epirus eskalierte in diesen Jahren der jahrhundertealte Kampf zwischen den moslemischen Albanern und den orthodoxen Griechen.

Aus Wikipedia: „Nachdem Griechenland mit Hilfe der deutschen Wehrmacht im Mai 1941 besiegt worden war, kam Süd-Epirus unter italienisches Besatzungsregime. Der Zweite Weltkrieg bedeutete für alle Bevölkerungsgruppen des Landes großes Leid und war mit wechselseitigen Verfolgungen und Grausamkeiten verbunden. Die italienischen und deutschen Besatzer nutzten die vorhandenen Nationalitätenkonflikte aus, um ihre Herrschaft zu stabilisieren. So begünstigten die Italiener Albaner und Walachen und gründeten Polizeieinheiten, die aus Angehörigen dieser Völker bestanden, um die Griechen niederzuhalten. Griechische Partisanen wiederum terrorisierten gezielt die albanisch-muslimische Zivilbevölkerung. Die Deutschen waren für die Auslöschung der großen jüdischen Gemeinde von Ioannina verantwortlich, deren Angehörige sie im März 1944 in die Vernichtungslager deportierten.“

Hingegen ging es den Korinthen- und Olivenbauern auf der Nordpeloponnes relativ gut.
Thomas Michalopulus wanderte in dieser unruhigen Zeit aus Epirus nach Lakka ein. Er heiratete hier die Einheimische Nikoletta Trigas aus Salmeniko und betrieb eine Mischwirtschaft mit Weinanbau, Olivenernte, Ziegenhaltung, Tagelöhnerarbeit, gelegentlichen Bauarbeiten und mit einem Pferd ein Fuhrunternehmen. Thomas und Nikoletta Michalopulus zogen hier die fünf Kinder Olga, Georgia, Martha, Kostas und Olympia groß, die im Zuge der Landflucht alle das Dorf Lakka verließen. Als Vater Thomas 1975 und später Mutter Nikoletta (2002) gestorben waren, verfielen die Gebäude allmählich, bis Klaus Deneke sie 2008 von den Kindern erwarb. Vater Thomas hatte im Testament nur seinen Sohn Kosta bedacht (früher in Griechenland üblich), die länger lebende Mutter Nikoletta aber alle fünf Kinder zu gleichen Teilen. Die umfangreichen Recherchen im Rahmen der Erbengemeinschaft führte Rechtsanwältin Doris Manolidi (Egio) in kurzer Zeit erfolgreich durch.


Klaus Deneke, damals Direktor der Landesturnschule von Schleswig-Holstein, hielt sich erstmals 2002 in der Region Achaia auf, denn im April 2002 fanden die Europameisterschaften der Kunstturner in Patras statt. Für seine Besuchergruppe mit Erwin Linke und Frau (Aukrug), Hans Klett und Frau (Tübingen), Peter Funk (Hohenlockstedt) und Bernhard Deuble (Kiel) fand er in Hatsi bei Egio eine von Jutta und Jürgen Muegge bestens geführte Pension als Unterkunft. Jürgen Muegge zeigte Bernhard Deuble und Klaus Deneke zahlreiche schön gelegene und zum Kauf anstehende Objekte in der vom Tourismus unberührten Umgebung. 2008 machten Jürgen Muegge und Alexander Krinner dann auf das leer stehende Gebäude von Michalopulus in Lakka aufmerksam, das einen überragenden Blick von der Terrasse über die Weinberge und Olivenhaine auf den Golf von Korinth und auf die gegenüber liegende Bergkette erlaubt.Weil die Familie Michalopulus relativ autark gelebt hatte, wurde Brot im Hinterhof in einem großen Ofen gebacken. Dieser sollte erhalten bleiben, doch riss der Bagger ihn versehentlich ein. Auch der große Webstuhl von Nikoletta Michalopulus im Ziegenstall ging für ein Museum verloren: Sohn Kosta verbrannte ihn, um die Räume besenrein zu übergeben.


2009 wurde zunächst der Pferdestall von Betonbauern aus Bulgarien zu einer Garage umgebaut. Dann überwachte von 2009 bis 2011 Ingenieur Alexander Krinner, der in Egio vor Ort wohnt, den Umbau der Wohngebäude. Dabei legte er sein Augenmerk zusammen mit dem albanischen Maurer Josef Koca besonders auf die Erhaltung des traditionellen Steinbaus, den das Dorf Lakka aufweist. Nach Plänen des Statikbüros von Kai Trebes (Kiel) wurden Wände mit Stahlmatten und Betonschicht und das Dach mit Ringanker weitgehend erdbebensicher gemacht.

Aus finanziellen Gründen führte Klaus Deneke dann anschließend bis Mitte 2012 den weiteren Innenausbau und die Gestaltung der 2000 m² großen Umgebung selber durch. Hier war insbesondere zu beachten, dass im Winter erhebliche Wassermassen durch Dauerregen und Wolkenbrüche dem Doppelhaus am Hang zusetzten. Durch den Bau von Steinmauern und Rinnen ist dies nun nicht mehr möglich. 2012 hatte Klaus Deneke die Möglichkeit, seine Immobilie in eine CY LTD zu überführen.

Erste Besucher während der Renovierung waren Monika und Eckard Wiedemann (Rellingen) und Ursel und Winfried Maxeiner (Kiel). Erster Gast unter damals noch primitiven Verhältnissen war Axel Reimer (Kronshagen). Das neue Gästehaus weihte Gabi Engel (Kiel) mit einem zehntägigen Aufenthalt 2012 ein. Wer werden die nächsten Besucher sein?

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